Urlaub in den Niederlanden

Diesmal gibt es ein kleines Tourtagebuch von einer etwas anderen Art von Urlaub. In diesem Jahr sind wir zu unseren westlichen Nachbarn, nach Holland, gefahren und haben uns dort mit den heimischen Kanälen auseinander gesetzt. Mit Boot, Jacht oder auch Schiff genannt.

10.07.2015

2h verschlafen. Eigentlich wollten wir um vier Uhr aufstehen und um fünf losfahren. Nun sind wir aber um sechs Uhr aufgestanden und um 6:15 Uhr gefahren. Frühstück to go geholt und los.

Die erste Pause gabs in Hermsdorf, aber nur zum Tanken. Dann gings geplant vom Navi weiter über Hannover bis direkt in Holländisches Gebiet. In Groningen machten wir Mittagspause. Ein bisschen die Stadt anschauen, was zu essen suchen. Lecker Falafel gabs. Wir waren sofort beeindruckt von der Stadt mit den vielen Läden, den vielen Fahrrädern, schicken Bauwerken und Atmosphäre. Doch dass dies nur eine Stadt von vielen ist, das sollten wir später noch erfahren. Nach den vielen schicken Schaufenstern beschlossen wir am Ende des Urlaubs noch einmal her zu kommen um den Rest des Urlaubsgeldes in Klamotten zu investieren. Aber erstmal mussten wir weiter um rechtzeitig am Jachthafen anzukommen.

Erster Blick auf die Perla in Drachten

Erster Blick auf die Perla in Drachten

Mein Haus, mein Auto, mein Boot :)

Mein Haus, mein Auto, mein Boot :)

Genau zu angegebener Stund, um 15:00 Uhr waren wir am Jachthaven. Und stellten uns an die Reihe ebenfalls eincheckender zukünftiger Bootsführer. Es ging schnell, eine freundliche Dame übergab uns das Bordbuch, eine Mappe mit einer kleinen Einweisung, einen Wasseralmanach (auf Holländisch) und Karten die die angrenzenden Gebiete überdeckten gemeinsam mit dem Schlüssel. Da wir uns beide noch nie auf dem Wasser bewegt haben war für uns eine Probefahrt unausweichlich. Aber auf diese mussten wir noch etwas warten. Es war wirklich viel los und, wie das Freitag nachmittag nunmal ist, war das ‚Einweiser-Team‘ heute um 2 Personen leichter als geplant, was natürlich zu noch mehr Verzögerung führt. Aber halb so wild, solang wir nicht in dieses kalte Wasser geworfen werden ist alles super. Wir bezogen also erstmal unser Quartier, eine Doerak 850 AK. Diese kleine Lady bietet Platz für 4 Personen, hat 60 PS, zwei Steuerstände, Kühlschrank und Gasherd, eine Toilette, ausreichend Sitzplätze, Licht, Strom und Sauberes Wasser. Also alles was man so braucht. Dann hies es warten. Warten auf einen Mitarbeiter der uns alles erklären kann. Die Sache ansich dauerte dann nur fünf Minuten. Der Kühlschrank geht mit Gas, da schau an … doch nicht … oh, Gasflasche leer, da nehmen wir die zweite und holen noch eine Ersatzflasche. Aber erstmal schnell die Probefahrt …. Da vorwärts, da rückwärts (aufpassen, dabei bringt das Lenken garnichts), damit vorn seitwärts, damit hinten seitwärts … die perfekte Einparkhilfe … na läuft doch super, nun wieder einparken und los kanns gehen. Jep. Dann gings los. Plan hatten wir schon, wir wollten nicht ins angrenzende Naherholungsgebiet, sondern auf große Städtetour. Also fuhren wir nicht in westliche Richtung, sondern nach Norden. Nach einer geschätzten Fahrt von 100 km und 2 Stunden (genauer waren es ca 15 Km) legten wir im Burgumer Maar an und verbrachten dort unsere erste Nacht auf dem Boot. Lustigerweise an einem Anleger ohne Landkontakt. Wir konnten also das Boot nicht verlassen. Machte aber nichts, Toilette hatten wir, mehr war nicht wichtig. Das Abendessen war schnell gemacht. Es gab sehr gute Tütenkost aus einem bekannten Outdoorladen. Während des Essens liesen wir die letzten Stunden noch einmal Revue passieren und bestätigten dass diese erste Fahrt garnicht mal so einfach war. Zwar sind wir gut weiter gekommen, aber nicht ohne Verluste. Ein Stuhl und die Flagge gingen uns bei einem etwas unglücklichen Kurvenmanöver über Bord, Personenschäden waren jedoch nicht auszumachen. Beides werden wir in dieser Woche ersetzen. Nach diesem ereignisreichen Tag ging das mit dem Schlafen dann ganz schnell.

11.07.2015

Geschlafen haben wir ausgesprochen gut, auch auf dem etwas beengten Raum. Einen Kaffee konnten wir, dank der Kaffeemaschine und mitgebrachten Kaffee auch gleich geniesen. Kurze Morgenhygiene, die Karte checken und los zum ersten ‚Stadthafen‘ . In Zwaegwesteinde parkte der Dübel fast schon Profimässig ein. Zum erstem mal kamen die mitgemieteten Fahrräder zum Einsatz. Drei Straßenecken weiter gabs Supermarkt, Bäcker und Gemischtwarenläden. Bepackt mit einem großen Rucksack voller Frühstück, Mittag und Abendbrot haben wir auch noch einen neuen Campingstuhl dazugepackt, der 1A auf den Gepäckträger passte. Um 12:00 Uhr gabs dann ein leckeres Frühstück, mit tollem Belag, wobei die Brötchen und Brote jedoch nicht an Deutsche Backwaren herankommen. Aber halb so wild, geschmeckt hat es super. Endlich geht’s weiter, auf nach Dokkum, dem ersten Etappenziel. In Dokkum ist an diesem Tag ein Oldtimertreffen mit Shantychor, das klingt Interessant. Um 15:40 Uhr legten wir ohne weitere Zwischenfälle im Passantenhafen in Dokkum an. 16:00 Uhr sollte der Hafenmeister kommen und die Gebühren abkassieren, ist doch passend. Wir haben dann aber doch nicht gewartet, uns stattdessen die Räder geschnappt und sind los in die Stadt. Das klingt wie ein weiter Weg, aber eigentlich sind wir gerademal über eine Brücke und bis zur nächsten Kreuzung, wo wir dann die Räder abgestellt und zu Fuss weiter sind, da wir schon direkt in der Innenstadt standen. Es war ein Supersonniger Tag und die ausgestellten Wagen waren echte Hinkucker. Am Marktplatz gab es jede Menge Traktoren und laufende Motoren die auf einem Anhänger ausgestellt wurden. Eine Straße weiter gab der Shantychor seine Künste zum Besten. Es war eine schöne Atmosphäre, viele Leute sahen zu, sangen mit und ein Pärchen hat davor sogar getanzt. Einen langsamen Walzer. Ein bisschen Shoppen waren wir auch und als wir aus dem Laden wieder herauskamen, fuhren die alten Wagen an uns vorbei. Das war auch ein schönes Erlebnis. Auf ein Bierchen kehrten wir in einen Biergarten am Ufer ein und gingen dann erstmal wieder zum Boot. Pünktlich um 19:00 Uhr, also als wir wieder da waren, kam dann auch der Hafenmeister. Er war sehr freundlich, erklärte uns wo wir Toiletten und Duschen finden, wo es Wasser zum auffüllen gab und dass wir unseren Müll einfach außen auf unser Boot legen brauchen, dieser wird abends noch abgeholt. Zu den 7 Euro Hafengebühr gehörte noch ein Willkommensgeschenk der Stadt Dokkum, die man sich in einigen Läden abholen konnte. Leider hatten an diesem Abend bereits alle diese Läden zu und der nächste Tag war Sonntag, bei dem es dann auch weniger Chancen gab. Gegessen haben wir selbstgekochtes auf dem Boot. Leckere Kartoffelwürfel mit Rindersteak und vegetarischem Cordon Bleu. Danach ging es noch einmal aufs Rad, eine kleine Spritztour machen. In Handumdrehen haben wir Dokkum erkundet und waren nach einem letzten Eis bereit für die Nacht. Es wird erstaunlich spät dunkel, was wohl daran liegt dass Holland weit westlicher liegt als unsere Heimat. So gegen elf konnte man aber doch so langsam von Nacht sprechen.

Anlegen im ersten Passantenhafen

Anlegen im ersten Passantenhafen

Den ersten Einkauf verstauen

Den ersten Einkauf verstauen

12.07.2015

Es Regnet. Aber nur ein ganzu kleines bisschen. Nach Frühstück, Dusche & Wasser auffüllen zogen wir weiter. Bis zur nächsten Brücke, etwa 200 meter. Dort kostete die Durchfahrt 5 Euro, war aber für zwei Bedienerbrücken. In Holland gibt es viele Brücken, was bei den vielen Kanälen ja auch ganz klar ist. Einige sind hoch genug, in unserem Fall liegt die Schmerzgrenze bei 2, 85 cm. Aber ein paar sind es nicht. Die meisten tiefen Brücken sind Bedienerbrücken, die hochgezogen werden wenn ein Schiff durch will. Manche davon kosten etwas. Die Preise schwankten bei 2 bis 6,50 Euro, wobei letzterer Preis für 5 gemeinsame Brücken galt. Das funktioniert ganz hervorragend. Dank der Erklärung in unserem Bordbuch haben wir auch ganz schnell gewusst was welche Farbe der Ampeln bedeutet und wie wir uns zu verhalten haben. Manchmal machen die Brückenbediener Mittagspause, oder sie sind, meist so ab 20:00 Uhr komplett geschlossen. Man erkennt dies an der doppelroten Ampel. Dann legt man einfach an den Haken vor, bzw. neben den Brücken an und wartet. Alles tatsächlich ganz Easy. Eben jenes halten ist und kurz vor 12 Uhr passiert, eine Brücke war auf doppelrot und wir machten uns fest. Kurze Zeit später kam ein Segelschiff und machte sich an uns fest. Bis 13 Uhr blieb die Brücke unten und als Sie hoch ging durfte erst einmal der Gegenverkehr durch. Ganze 16 Schiffe fuhren an uns vorbei, dann durften wir. Auch mal schön einer Kolonne Segel- und Motorbooten hinterher zu schauen. Immerhin haben sich in unserer Richtung auch 6 Boote angesammelt, die nun ebenfalls in Kolonne weiter fuhren. Nach und nach lichtete sich unsere Reihe jedoch, nur ein paar Boote fuhren ebenfalls weiter bis nach Leeuwarden. Ebenfalls dort angekommen wollten wir erst auf einem, was wir nach dem Aussteigen bemerkten, Parkplatz eines Museumsschiff halten, was schon witzig gewesen wäre. Aber wir sind dann doch auf einen anderen Platz gegangen. Wobei es wahrscheinlich garnicht schlimm gewesen wäre, da uns besagtes Schiff kurz nach unserer Abfahrt aus Leeuwarden entgegen gekommen ist. Aber nun erst einmal zur Stadt ansich. Es hat an diesem Tag noch einal ordentlich geregnet und zwar zu genau der Zeit als wir uns mit den Rädern die Stadt ansehen wollten. Kurz machten wir halt in einem hübschen riesigen Restaurant, wollten etwas essen. Leider hat uns da die lange Wartezeit der Speisekarte (genau eine Kaffeelänge) und das olle Wetter die Lust am Schlemmen ein wenig genommen, also suchten wir nach einer eher kleinen Runde durch die Stadt und völlig durchnässt doch bald wieder das weite und machten uns auf den Weg nach Franeker (friesisch Frjentsjer). Wieder habe ich es mir nicht nehmen lassen selbst zu fahren^^. Zwischen Leeuwarden und Franeker konnte man auf der Karte einen weiteren Ort entdecken an dem es auch einen Passagierhafen gab. Besagtes Örtchen hies Donriip, das ein bisschen abgelegen am Harlingskanal lag. Also sind wir hinein abgebogen, wollten am Passagierhafen anlegen. Der Dübel sprang wagemutig auf den Steg um uns anzuseilen, was er aber fast gleich wieder bereute. Der Platz war sehr marode und drohte allein bei einer Person in alle Richtungen zu zerfallen. Also nehmen wir den halt doch nicht. Stattdessen sind wir noch ein Stück die Abzweigung weiter gefahren und kamen, tata, mitten in der Ortschaft an einem absolut passenden Anleger an. Wie immer haben wir uns gleich auf die Räder geschwungen und die Lage gecheckt. Auf die hätten wir aber voll verzichten können, denn keine 100 Meter weiter gabs ne Kneipe und neben ihr ums Eck nen fetten Supermarkt. Einzig der Bäcker auf der anderen Strßenseite hatte Montag (also den nächsten morgen) Ruhetag. Aber halb so wild, erstmal ordentlich was essen nach dem weniger erfolgreichen Versuch zur Mittagszeit. Die Kneipe war absolute Spitzenklasse. Drei Bier (á ,250 ml) vor den Leckeren Pommes mit Spezialsoße und danach noch ein oder zwei. Dazu echt gute Musik, lustige Leute um uns herum und einer netten Bedienung. So lässt es sich Urlauben. Gut genährt und angetüdelt haben wir ruhig geschlafen.

Das beste Dorf in Friesland, Dronrijp

Das beste Dorf in Friesland, Dronrijp

13.07.2015

Vor dem Frühstück sind wir los zum Einkaufen, diesmal zu Fuß, denn es waren ja nur 100 Meter. Frühstück danach war wie immer Superlecker. Dann ging es auch schon weiter, man will ja was erleben. Auf dem Weg nach Franeker bemerkten wir, dass es von Harlingen, wo wir danach hin wollten, nur diesen Weg auch wieder zurück gibt. Wir hätten zwar auch übers Meer gekonnt, aber Hey, wir sind die ersten drei Tage auf einem Boot unterwegs, geradeso dass wir halbwegs geradeaus fahren können. Also sind wir erstmal gleich durchgefahren bis nach Harlingen. Dort wo der Kanal ins Meer mündet. Auf den Rädern haben wir uns den großen Hafen angesehen, die riesigen Schiffe und viel Wasser. Auf dem Rückweg gings zum Kurz-Shoppen. Ein Mitbringsel für meinen Vater, der in zwei Tagen Geburtstag hat. Und schon sind wir wieder weiter gezogen, denn in Franeker wartete etwas auf uns, dass wir nicht länger warten lassen wollten. Eine knappe Stunde später haben wir auch schon angelegt, festgetaut und uns auf die Räder geschwungen. Und schwupps standen wir direkt davor, vor dem Weltweit größten noch funktionierenden Planetarium. Und dass im Wohnzimmer seines Erbauers. Sehr interessant und absolut schön gemacht. Dieses Planetarium funktioniert noch mit den original Werk, das wie eine riesige Uhr (was es ja auch ist) mit Gewichten regelmässig aufgezogen werden muss. Auch in das Uhrwerk direkt kann man über dem Wohnzimmer sehen. Äußerst Beeindruckend. Danach mussten wir noch das Fjentsjer Eis probieren und machten uns schon wieder auf die Weiterfahrt. Schon fast wieder in Leeuwarden ging es Steuerbord ab in den Nationalpark „alde Feanen“. Dort legten wir an einer winzigen Insel an, an der herum ca. zehn Boote lagen. Ein weiteres Mal wurde ich lecker bekocht. Diesmal gab es Rosmarinkartoffeln mit Gemüsetopf in Weißwein-Sahnesoße an Lupinenschnitzel, bzw. Rindersteak. Dazu gabs für jeden ein Herzog-Jan Karakter (Starkbier, so dunkel wie das Brot hier).

Zweite selbstgekochte Mahlzeit an Bord, Steak, Kartoffeln und Vegi-Irgendwas :)

Zweite selbstgekochte Mahlzeit an Bord, Steak, Kartoffeln und Vegi-Irgendwas :)

14.07.2015

Nach Frühstück und Dusche, letzteres gab es eine Anlegestelle weiter auf dem Festland, ging es für uns weiter Richtung Grou. Eine Stadt deren Motto „Essen, Trinken & Ausgehen“ ist. Wir waren hoch entschlossen weitere erkundungen durchzuführen ob dem auch so sei. Und tatsächlich. Der Dübel bekam leckere Muscheln, die Amber einen Ganesha, beide ein leckeres Eis und, Trommelwirbel, wir haben unseren ersten Cache in Holland gemacht. Viel mehr gab es dann aber leider doch nicht. Eine schicke kleine Stadt zum Essen, Trinken, bissel Shoppen und evtl Ausgehen (abends waren wir doch nicht mehr Unterwegs), aber ohne Sehenswürdigkeiten. Wir haben uns gemütlich auf den Weg nach Sneek gemacht, von dem wir uns auch noch ein bisschen was erhofften. Das erste was wir dort besuchten war das Wassertor, das Aushängeschild Sneeks. Eine weitere Attraktion die es zur Zeit in Sneek zu besichtigen gibt ist die Sandskulpturenausstellung. Auch diese haben wir noch schnell ge-sucht, um es am nächsten Tag ausgiebig be-suchen zu können. Man könnte meinen in den Niederlanden ist alles so klein, denn mit dem Rad braucht man keine zwei Minuten von einem zum anderen. Und auch in Sneek ist man umgeben von Kneipen, Restaurants, Eisdielen und Einkaufsläden. Diesmal gingen wir mal richtig groß essen. Zum Texaner, der sich für Steaks in riesiger Auswahl rühmte. Ich begnügte mich mit der Fantasie des Koches, eine sehr köstlich zubereitete überbackene Aubergine. Dübel hat ein Steak-Egg genommen, Steak mit Speck und Ei. Danach haben wir uns noch ein Bier in einer süffigen Hafenkneipe gegönnt.

Steak im Steakhaus =)

Steak im Steakhaus =)

15.07.2015

Leider wird das Wetter nicht besser. Wir hatten die kurze Hoffnung, aber dann nieselte es doch wieder weiter. Also sind wir als erstes in das große überdachte Schifffahrtsmuseum gegangen. Es gab viel zu sehen, entdecken, erkunden, anzufassen, selbst zu machen und nen Kaffee gratis danach im Museumscafe. Danach mussten wir hinaus in den Regen. Sehr froh war ich, dass es nicht kalt war. Trotz des Regens war es angenehm mild, man fror nicht und war recht schnell auch wieder trocken. Schade war es trotzdem dass wir für die Sandskulputen keine Sonne hatten. Wahnsinn was man aus nem Haufen Sand alles machen kann. Das hätte ich mir damals als Kind bei dem Sandhaufen vorm Haus, der meinen Eltern beim Hausbau diente, nie Träumen lassen. Der Sand wird vorher in Pyramidenförmigen Brettergestellen gepresst und danach werden die Gebilde heraus geschnitten, gekratzt, gelöffelt, gebrochen und gepinselt. Beeindruckend, vor allem mit welcher Präzision. Und immer wieder schön ist es kritische Gebilde zu erblicken. Hier gab es unter anderem einen fetten Batman und eine übel dreinschauende Meerjungfrau voller Treibmüll. Und schon war wieder Mittag. Erstmal ne große Portion Pommes mit Spezialsoße. Nach einem bisschen shoppen und einem kleinen Stadtrundgang war entschieden nun noch eine Nacht in Sneek zu verbringen und dann am nächsten Tag (also Donnerstag) die Heimreise nach Drachten anzutreten. Also holten wir uns zum Abendessen Pizza und vertilgten diese mit etwas Wein auf dem Achterdeck.

Wütende Meerjungfrau bei den Sandskulpturen

Wütende Meerjungfrau bei den Sandskulpturen

16.07.2015

So schnell vergeht die Zeit. Der Dübel kommt langsam zur Ruhe, bleibt einfach mal ‚auf der Couch‘ und liest ein Buch. Doch leider ist der letzte Tag für uns angebrochen. Nun geht es auf Fahrt zum Heimathafen (zumindest dem des Schiffes).Den Wasserweg haben wir geplant. Wir fahren über Akkrum, machen dort noch einmal halt und tuckern dann weiter zum Jachthaven in Drachten. Dort übernachten wir noch einmal in unserer Kajüte und morgen früh um neun Uhr ist Bootsabgabe. Zeit um eine Bilanz zu ziehen? Na noch nicht ganz, erstmal diesen Tag noch geniesen, obwohl es einen fast a bissel traurig macht. Wie geplant sind wir in Akkrum noch einmal eingekehrt. Ein ebenso wunderschönes Örtchen wie die anderen die wir besucht haben. Zum Abschluss hab ich diesmal endlich Pannenkoek bestellt. Lecker. Die Wirtschaft war ebenso Urig und Herzlich wie die meisten in Holland. Der Koch brachte noch selbst die Speisen an den Tisch und so mancher Gast legte einfach mit seinem Boot direkt am Biergarten an. Sehr schön. Wir hatten unseren Ankerplatz jedoch ein bisschen außerhalb der Ortschaft und nutzten unsere Zeit um das Boot erstmal von Außen wieder auf Vordermann zu bringen. Wirklich dreckig war es natürlich nicht, aber ein paar gebrauchsspuren gab es doch. Zum einen ist ein Schwarm Eintagsfliegen auf dem ‚Dach‘ verendet. Dann hat der letzte Regen Schmutz vom Straßenrand (die Passagiehäfen sind direkt an Gehwegen und Straßen) an die Bordwand gespritzt, na und weitere Kleinigkeiten wie Blätter und Co gabs natürlich auch noch an Deck. Also haben wir mit Eimer und Schrubber bewaffnet alles ein bisschen geschrubbt, haben die Fahrräder ordentlich verstaut und sind weiter gezogen. Wenn man weiß dass der Urlaub zuende geht schaut man auf alles noch etwas genauer, ernster und etwas wehmütiger. Kurz vor Ziel kamen wir an einen See auf dem verschiedenste Arten von Segelschulen an uns vorbei zogen. Erst kamen kleine Segelboote, dann Windsurfer, dann große Segel … es war nochmal schön mit anzusehen wie eine Wooge aus gleichen Segeln vorbeizog. Ein letztes Mal haben wir den Wind genossen, der an uns vorbei zog, die Wellen beobachtet, die wir selbst hinter uns her zogen. Uns entgegen kommende Kapitäne gegrüßt und uns an diesem schönen fleck Erde erfreut. Aber irgendwann sind wir dann doch mal eingebogen und haben alle Leinen zum letzten Mal für diesen Urlaub fest gemacht. Wir waren nicht die einzigen die heute wieder kamen. Somit konnten wir uns ein bisschen nach den verschiedenen Booten und Jachten umsehen, die diese Jachtverhuur zu bieten hat. Danach machten wir uns auch schon ans einpacken. Gleich mal das Auto geholt (was für eine Umstellung, erst kein Rad, dann vier unter sich, erst langsames dahinzuckeln, dann festen Grip und enge Kurven – das merkt man schon, sagt der Dübel) und das meiste darin verstaut. Zum Abend kümmerte ich mich diesmal ums Essen. Was einfaches, Tagliattelle mit Pecorino-Basilikum-Soße und frischen Tomaten. Es war ebensfalls sehr lecker. Später am Abend wollte ich das letzte Brot gar an die Enten verfüttern und warf zwei-drei Happen ins Wasser. Dummerweise lies sich keine einzige Ente blicken. Stattdessen kamen ein paar Möwen. Nach ein bisschen geplänkel haben sie sich zumindest die paar Stücke aus dem Wasser geholt, sind aber dann auch gleich wieder davon gezogen. Scheinen sehr verwöhnt zu sein.

17.07.2015

Die Abreise verlief kurz und schmerzlos. Erstmal Frühstücken und Duschen auf dem Festland. Währenddessen wurd das Boot auch schon vom Vermieterteam betankt. Dann schnell nochmal durchgesaugt und den ganzen Rest von unseren Sachen im Auto verstaut. Zuguterletzt die Bettdecken abgegeben und uns ‚abgemeldet‘ . Nichtmal ganz Zehn war es, als wir im Auto saßen und Richtung Heimweg zogen.

Nun ist es aber Zeit für ein Fazit:

Amber: Es hätten auch zwei Wochen sein können, zumal wir gerademal ein viertel der Niederlande bereisen konnten. Ein klein bisschen weniger Regen, dafür einen Hauch mehr Sonne hätte ich vertragen können. Die Menschen, die Atmosphäre, die Gegend sind toll und ich möchte unbedingt wieder in dieses Land. Mit Boot. Es ist ein sehr schönes zu Ruhe kommen, da man nichts tut und doch etwas tut. Seinen Schlafplatz immer dabei haben ist sehr schön. Dadurch selbst entscheiden können wann man von wo wegfährt und wohin man als nächstes geht ist noch besser. Das Schaukeln empfand ich eher beruhigend als störend und hat sich nur bei Landgang bemerkbar gemacht (es ist schon etwas komisch wenn man im Museum steht und dauernd gegensteuert, ausbalanciert). Fünf Sterne für diese Art von Urlaub

Verbesserungen zum Boot: So ne Dusche an Bord wär schon super. Ein ein bisschen moderneres WC wäre ein Traum. Die hintere Kajüte hätten wir nicht gebraucht, dafür wär ein größeres Achterdeck schön gewesen. Eines mit Tisch und Co, zum ordentlich draußen Essen, Trinken und sitzen. Die Größe war Optimal, Platz genug aber auch klein genug um unter vielen Brücken, durch schmale Kanäle und in seichten Gewässer durch zu kommen.

elDübel: da kann ich mich nur anschließen, es hätten tatsächlich auch zwei Wochen sein dürfen. Das Wetter dagegen hat mir sehr gut gefallen, als alter Schattenanbeter und Sonnenverweigerer. Aber, so ist dieses Land nun einmal, man kann ja auch nicht nach Schottland fahren und Wetter von den Malediven erwarten :) Die Art Urlaub zu machen finde ich persönlich total genial, es gibt kaum einen besseren Weg mal einen Gang runter zu schalten und mal zur Ruhe zu kommen. Auch die Art, also mit einem Boot, finde ich genau richtig für Holland. Man merkt an jeder Ecke und an jedem Ende das dieses Land eine Seefahrernation war oder ist. Egal wohin, egal woher, egal wie lang, man ist Willkommen. Das gefällt mir sehr gut! Netter Nebeneffekt? Man kann sein Boot immer an der Altstadt fest machen, denn früher war die Altstadt das Handelszentrum und wurde übers Wasser versorgt. Auch von mir gibt es einen Daumen nach oben :)

Zu unserer Perla möchte ich sagen, ja, für einen ersten Versuch okay, aber da gibt es noch genug Potenzial zum Ausnutzen. Erstens, ich wünsche mir ein Beiboot für das nächste mal, dann kann man auch in die kleinen Nischen und Kanäle gondeln. Zweitens, der Steuerstand muss auf der gleichen Ebene sein wie das „Wohnzimmer“. Der Beifahrer war entweder daneben gestanden oder im Schiff verschwunden. Drittens, das Sonnendeck soll Platz für Tisch und Stühle bieten, abends draußen sitzen, Kartenspielen, Wein trinken.Viertens, eine Dusche muss an Bord sein, wenn es zu warm ist und man sich frisch machen will ein muss.

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