Usedom im Winter

Die Überraschung war perfekt, amber hat mir zu Weihnachten einen Kurzurlaub auf Usedom geschenkt.

Zuerst war ich ein klein wenig skeptisch, denn eigentlich ist so eine Insel ja zum Baden da, wozu im Winter eher weniger die Möglichkeit besteht, doch nachdem ich nun wieder Zuhause bin muss ich wirklich sagen, Usedom im Winter ist ein Traum. Die Anreise passierte über die A11 wobei wir dann bei Prenzlau auf die Bundesstraße und direkt gen Norden gefahren sind. Unser Navi wollte uns zwar zu einer kleinen Ecke über Neubrandenburg drängen, wir haben jedoch die B109 nach Anklam genommen und von dort aus dann direkt nach Bansin.

Das Seebad Bansin ist eines der drei Kaiserbäder auf Usedom, so wie ich das mitbekommen habe gibt es wohl noch ein Bernsteinbad. Zu den Kaiserbädern gehören Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Geht man weiter am Strand entlang, kommt man direkt nach Polen und in die Stadt Świnoujście. Seit dem 1. Januar 2005 gehören die drei deutschen Gemeinden zusammen und werden seitdem auch als Gemeinde Kaiserbäder geführt. Nennenswert ist auch die längste Strandpromenade Europas, zusammen mit Świnoujście kommen die drei Bäder auf über 12 km Sandstrand.

Die perfekte Überleitung würde ich sagen, denn unser Ferienhaus mit unserer Ferienwohnung war nahezu direkt am Strand, wir konnten von unserem Fenster aus aufs Meer schauen, vor uns lag nur eine Reihe Häuser. Wobei natürlich der Sandstrand im Winter keine so große Rolle spielt wie im Sommer, es ist aber schon toll wenn man beim Frühstücken den Wellen zusehen kann wie Sie an die gefrorene Gischt branden. Unser Apartment war geräumig, eine kleine Küche direkt am Essplatz, vom Wohnzimmer aus Sichtbar. Dazu ein Kinderzimmer und ein Schlafzimmer. In letzterem stand ein Wasserbett, welches auch der eigentlich Grund für unsere Reise war. Mein Rücken macht mir in letzter Zeit immer wieder Probleme und amber wollte mit mir herausfinden ob es in einem dieser Hochseebetten damit besser wird. (Soviel vorweg, wird es *g*) Ganz besonders toll war der kleine Schwedenofen in einer Ecke des Wohnzimmers, schon mal eine kleine Einstimmung auf das was uns im eigenen Haus erwartet. Das Bad war dagegen ein klein wenig klein, die Wanne war glaube ich 160 cm lang, nichts für den Dübel :)

Sofort nach der Ankunft und den Formalitäten mit der Hausmeisterin haben wir einen kleinen Ausflug an den Strand gewagt, ich kann euch sagen, bei gefühlt -15°, ordentlich Wind und Schnee überall ist das ein wirklich beeindruckendes Erlebnis. Wir haben uns, da wir nicht ordentlich eingepackt waren, für einen kleinen Trip zur Seebrücke Bansin entschieden, dann noch ein klein wenig durch Bansin gestromert und sind dann bei DOMKES FISCHRESTAURANT zum Abendessen eingekehrt. Wirklich witzig der Laden, man bestellt an der Theke, seine Getränke bekommt man direkt in die Hand gedrückt, bezahlt alles und nimmt einen kleinen roten Plastikhummer mit an den Tisch. Sobald das Essen zubereitet ist, vibriert und blinkt der Hummer und man kann sich seine Mahlzeit an der Theke abholen. Das Ambiente mag ein wenig übertrieben sein (wegen der schrecklichen Klischee Musik) aber das Essen und die Bedienung ist einfach perfekt gewesen. Der Fisch war absolut frisch, die Pommes waren perfekt und das Bier war…naja…Bier aus dem Norden halt…es war Bier :) Nach dem Essen sind wir satt, erschöpft und frierend nach Hause gelaufen, auf dem Heimweg haben wir uns schon einmal auf das vorgewärmte Wasserbett und die erste Nacht darin vorbereitet.

Der nächste Tag hat mit einem Frühstück am Fenster mit Meerblick angefangen. Da wir gestern gelernt haben das es sehr kalt sein kann, haben wir uns für diesen Urlaubstag wesentlich besser vorbereitet. Lange Thermounterwäsche, Halstücher, dicke Pullover, Mützen, diesen Tag werden wir der Kälte ein paar schöne Erinnerungen abtrotzen. Wir sind runter zum Strand und einfach mal pauschal Richtung Heringsdorf gelaufen, die riesige Seebrücke konnte man von Bansin aus schon sehen. Einen Teil der Strecke sind wir direkt am Wasser gelaufen, einen dann auf der Promenaden Straße hinter dem Meer. Hier konnte man wunderschön gebaute alte Häuser sehen, die sich zwischen dem einen oder anderen „Modernen Plattenbau“ gehalten haben. Für mich ein ganz schön krasser Unterschied der mich sofort an unsere Baugesetze in Bayern denken lässt. Offensichtlich wird das auf Usedom etwas entspannter gehandhabt. In Heringsdorf haben wir dann auch die Postkarten für Freunde und Familie gekauft, bevor wir uns dann wieder auf den Heimweg Richtung Bansin gemacht haben. Nachdem wir wirklich den ganzen Tag unterwegs waren und erst spät am Abend wieder in Bansin angekommen sind und sehr hungrig waren, haben wir uns beim nobel wirkenden Nachbarn unserer Ferienwohnung ein Abendessen bestellt (alles andere hatte wohl schon zu). Und ich muss sagen, das Essen war sehr mittelmäßig. Natürlich kann ich die nachfolgenden Behauptungen nicht beweisen, jedoch ist es mir so vor gekommen als wäre der Fisch gerade aufgetaut geworden, das Gemüse dazu war eindeutig aus dem Froster und die Kartoffeln waren einem Drei Sterne Restaurant nicht würdig. Die mehr als gesalzenen Preise haben sich die drei Sterne auf jeden Fall verdient. Mit gemischten Gefühlen haben wir den Abend bei Kaminfeuer und Fernsehen (jaaaaa, im Urlaub gab es eine dieser wundersamen Flimmerkisten) sowie einer Flasche Wein ausklingen lassen. Beim Schlafengehen war das schlechte Essen längst vergessen.

Der dritte Tag auf Usedom steht voll und ganz im Zeichen der Therme in Ahlbeck. Gleich nach dem Frühstück geht es los, 45 Minuten später sind wir im warmen Wasser. Und ja, man kann sich tatsächlich einen ganzen Tag in einer Therme aufhalten. Zuerst haben wir nur im Wasser geplanscht, dann haben wir die Sauna Landschaft entdeckt und gleich mal einen, für unsere Verhältnisse, langen Marathon hingelegt. Dabei haben wir uns langsam gesteigert von 80° zur 100° Trockensauna. Danach immer 15 Minuten auf die Ruheliege und wieder von vorne. Wirklich sehr Tiefen entspannend so ein Marathon. Nach der Therme in Ahlbeck hatten wir eigentlich vor noch einmal zu DOMKES zu gehen, doch leider machen die um 20 Uhr zu. So haben wir es einfach mal mit dem Navi versucht, über die POI Suche sind wir dann auf das Restaurant FISCHKOPP gekommen und ja, perfekt würde ich sagen. Hier gab es Cider, leckere einheimische Fischsorten und sehr freundliche und schnelle Bedienungen. Die Gesellschaft war auch sehr toll und die Damen vom Tresen haben sogar einen eingebauten Drucker für die Rechnungen. Mit diesem Abendessen kann der Tag als rundum gelungen bezeichnet werden, der Kopf war voll mit tollen Bildern als er sich zur Ruhe im Wasserbett gebettet hat.

Der leider schon letzte Tag unserer Reise führte uns in den Norden der Insel. Unser Ziel war Peenemünde, denn dort liegt ein altes U-Boot aus der Zeit des kalten Krieges vor Anker, welches man besichtigen kann. Da ich schon in Hamburg unbedingt mal in ein solches Boot wollte und es nie geschafft habe, habe ich der amber das versprechen abgenommen dieses Boot zu besichtigen. Auf den Fotos kann man gut das leuchten in meinen Augen erkennen beim erkunden des Unterseebootes, auch kann man sehen das es sehr eng in so einem Ding zugeht. Wahnsinn wenn man sich überlegt wie die Matrosen auf so einem Boot über 100 Tage ausgehalten haben. Danach haben wir noch herausgefunden das in Peenemünde, dort wo wir waren, die V2 Rakete der Nazis erforscht und getestet wurde. Auf der Westseite von Peenemünde befindet sich nämlich das „Historisch-Technisches Museum Peenemünde“ welches auf dem ehemaligen Testgelände der Faschisten eingerichtet wurde. Sehr gut wie ich persönlich finde, denn zum einen kann man sich so an die Dummheiten des Terrorregimes erinnern, zum anderen kann man so auch noch etwas lernen. In unserem Fall haben wir gelernt das die Nationalsozialisten damals ein riesiges Kohlekraftwerk errichtet haben (30 Megawatt) um so den immensen Stromverbrauch der Anlage zu vertuschen. Sogar ein Konzentrationslager wurde extra errichtet um die Anlage zu bauen und zu unterhalten. Desweiteren beschäftigt sich das Museum mit der Raketentechnik an sich sowie die Auswirkungen der Nazi Forschungen auf das gesamte Raumfahrtprogramm der Menschheit. Man darf nicht vergessen, die Schergen der Faschisten wurden nach dem Krieg entweder verschleppt (Russland) oder abgeworben (Amerika) um Ihre Arbeit fortzusetzen. Zumindest im Fall der Amerikaner hat man damals großzügig über die Verfehlungen der Wissenschaftler hin weggesehen und diese schnell und unkompliziert in Amerika eingebürgert. Nichts desto Trotz ist der ganze Mist 1945 zusammengebrochen und auch in Peenemünde gab es keine V1 und V2 mehr zu erforschen. Zum Abschluss der Reise haben wir uns im Museumsladen noch mit Erinnerungen und interessanten Büchern eingedeckt um dann die lange Reise nach Hause anzutreten. Achja, auf dem Heimweg sind wir noch im Restaurant und Hotel „Piraten-Insel-Usedom“ eingekehrt. Eine Anlage die sicher Platz für 500 Menschen bietet, diesen Tag jedoch nur zwei Leute zum Essen da hatte. Der Koch und der Kellner haben hervorragende Arbeit geleistet und uns ein wirklich leckeres Essen mit auf den Weg nach Hause gegeben.

Fazit Dübel
Toll! Alles! Ich kann es nicht anders sagen, der Kurzurlaub war vor allem eines, zu kurz. Das Wasserbett hat meinem Rücken gut getan, eventuell schaffen wir uns eines im Haus an, der Sandstrand sieht einfach bombastisch aus wenn er gefroren ist und teilweise mit Schnee bedeckt. Das Essen war, bis auf das beim Nachbarn, einwandfrei und die Wohnung war sehr schön. Kurzum, mir hat es sehr gut gefallen auf Usedom :)

Seentour im Hochsommer

Zuerst wollten wir auf das Mera’Luna fahren, was sich dann aber trotzdem kurzfristig zerschlagen hat, da uns kaum Bands gefallen, und wir zusätzlich noch kurze Zeit später auf das Spirits Festival fahren werden. Der Urlaub war gebucht, es gab also kein zurück mehr, das lange Wochenende musste genutzt werden :) Dank unseres Freundes Gian, der uns zu unserem letzten Besuch in der Schweiz zwei Vignetten schenkte, war die Entscheidung schnell getroffen… Wir fahren in die Schweiz :)

Die Reise beginnt am Donnerstag, direkt nach dem Tag im Büro schwingen wir uns auf unsere Mopeds und treten die Reise an, ca. 450 km vom oberen Ende der Oberpflalz in den Kanton Altstätten. Wegen der schlimmen Hitze haben wir noch eine Überstunde im Büro eingelegt und sind erst gegen 18 Uhr los. Das verschiebt einen kleinen Teil der Reise in die Nacht und wir müssen uns nicht mit 40° auf der Autobahn bewegen. Die Anreise war noch relativ unspektakulär, A93 bis München, dort dann um München herum, die A96 suchen und durch bis Hörbranz. Hier umgehen wir wie gewohnt die Österreichische Mautpflicht indem wir den Umweg über Bregenz in kauf nehmen. Ankommen bei unseren Freunden in Lüchingen tun wir gegen 23 Uhr in der Nacht. Die Hände ganz zittrig von 450 km Autobahnfahrt :)

Am Tag darauf, dem Freitag, brechen wir zu unserer Seentour im Hochsommer auf. Insgesamt stehen vier Seen auf unserer Liste, auch Badesachen haben wir eingepackt. Schon kurz nach dem Start in Lüchingen, den ersten Berg nach oben nötigt uns die Schweiz zu einem kleinem Stop für Fotos. Schnell wird klar, die Canon brauche ich nicht tief im Koffer vergraben, sie bekommt einen Ehrenplatz, direkt Griffbereit im Tankrucksack.

Links abbiegen und ab geht die Route

Der erste Stop nach 500 Metern, links abbiegen und ab geht die Route

Das erste Ziel soll Trogen sein, hier wollen wir eine schmale und wenig befahrene Straße wählen, die uns direkt nach Trogen bringt. Wie man sehen kann geizt schon die erste Etappe nicht mit tollen Kurven :)

Die ersten Serpentinen... :)

Die ersten Serpentinen… :)

Weiter geht es über Lichtensteig nach Rapperswill, um dort auf den ersten See der Tour zu treffen, den Zürichsee. Da Rapperswill jedoch eher einen Großstadtcharakter an den Tag legt und uns relativ schnell durch den Stadtkern schleust, müssen wir an dieser Stelle leider Bilder schuldig bleiben. Eventuell auch besser so, denn eine große Stadt mit vielen Autos kann man sich auch bei uns Zuhause ansehen. Leider war dann auch der Zürichsee eher weniger Sehenswert, da an vielen Stellen einfach die Sicht verbaut war. Schade, aber konnte man sich denken…

Wir überqueren den See ohne Fähre, nehmen dazu die Seedamm Brücke die uns direkt nach Pfäffikon führt. Von hier aus genau gen Süden, auf der Suche nach dem Sihlsee, schon etwas kleiner und etwas weniger stark bebaut. Nachdem wir den Fluss Sihl auf der Teufelsbrücke überquert haben, bietet sich uns ein beeindruckender erster Blick auf den See. Unten könnt Ihr sehen wie toll die Aussicht war. Im Hintergrund die Brücke die wir später NICHT genommen haben :)

Wir haben uns für die Zweite Brücke entschieden, das Westufer nach unten, über die Brücke um dann am Ostufer bis nach Willerzell zu fahren, hier rechts weg und ohne unser Wissen auf eine kleine Passstraße. Beim Planen der Route habe ich nicht weiter darauf geachtet, da mein Blick voll und ganz den Gewässern gewidmet war. So kommen wir also zum Sattelegg Pass und zum Restaurant Sattelegg. Hier gibt es dann auch einen Käse Salat der seinem Namen alle Ehre macht…von wegen Gesund und so :)

Frisch gestärkt können wir unsere Tour fortsetzen. Der Abstieg vom Sattelegg fällt etwas schwer, da sich der Käse im Magen bemerkbar macht. Das Loch im Geldbeutel gleicht dies aber wieder fast vollkommen aus. Nach dem Abstieg biegen wir rechts ab, in eine Sackgasse, da wir die Strecke zum Wägitalersee auch auf dem Rückweg wieder sehen werden. Kein Beinbruch, die Wiederholung lohnt sich in jedem Fall. Zum einen ist der Wägitalersee wunderschön klein und idyllisch, zum anderen kommen wir hier auch endlich dazu unsere Badesachen auszuprobieren. Bei ca. 38° im Schatten eine wirkliche Wohltat. Aus Gründen der Eitelkeit gibt es hiervon keine Fotos zu sehen :)

Nachdem wir den Wägitaler See für eine längere Pause genutzt haben, vor allem um uns endlich ein wenig abzukühlen, geht die Reise weiter. Zuerst einmal zurück am Ostufer des Sees, dann schnurstracks nach Oben in Richtung Zürichsee. Doch bevor wir das bereits bekannte Gewässer sehen, biegen wir rechts ab und fahren Richtung unserem letzten Ziel auf der Seentour, dem Walensee im Osten. Eigentlich wollten wir hier im Freibad ins Wasser springen, der Wägitaler See hat uns jedoch nicht ohne Körpereinsatz gehen lassen. So konnten wir uns die Menschenmengen in Murg aus der Ferne ansehen. Nach einer kleinen Pause mit ner kalten Cola und nem kleinen, selbstgemachten Eis, ging es dann auf den Heimweg zu den Kumpels nach Lüchingen.

Walensee von oben

Walensee von oben

 

Technische Daten

Abfahrt 06.08.2015
Heimfahrt 10.08.2015
KM Gesamt: 1300
Seentour an sich: ca. 250 km
Route als GPX Datei (speichern unter)
Route bei Google Maps

 

Reise Enduro Training

Letztes Wochenende haben wir ein sog. Reiseendurotraining in der Nähe von Schweinfurt absolviert. Kostenpunkt für das eintägige Grundlagen Training waren 119 Euro, Motorrad muss man mitbringen. Der Veranstalter hat sich, so unser Eindruck, für einen Tag die Motocross Strecke gemietet und dort dann mit mehreren Gruppen, mehrere Trainings gemacht.

Insgesamt waren wir sicher 30 Teilnehmer, sechs davon in der Gruppe „Reiseenduro“, die übrig gebliebenen wurden in Einsteiger und Fortgeschrittene aufgeteilt.

Zuerst kam uns die Organisation etwas durcheinander vor, das Einschreiben und Anmelden hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert und wir mussten ca. 45 Minuten warten ohne zu wissen was passiert oder wie es weiter geht. Später hat sich dann herausgestellt das die Veranstalter selbst erst fünf Minuten vor uns am Platz waren und sich selbst erst einmal organisieren mussten, bevor sie das mit den Gruppen machen konnten.

Nach dieser Wartezeit ging es dann aber schnell zur Sache. Der Veranstalter selbst hat uns zuerst einmal freundlich begrüßt, mit einer lustigen Mischung aus Schweizerdeutsch und Sächsisch wurden wir auf die Ereignisse des Tages eingestellt. Danach die beiden anderen Trainer bzw. Instruktoren vorstellen und schon waren wir mit Dehnungsübungen beschäftigt. Springen, dehnen, Mittelchen gegen Krämpfe in den Unterarmen… Witzig und sinnvoll…

In unserer Gruppe befanden sich eine Super Tenere, zwei BMW 650 GS, eine BMW 1200 GS, eine BMW 1200 GS Adventure und eine KTM 990 Adventure. Die Teilnehmer an sich waren mehr oder weniger gut vorbereitet. Die KTM wurde standesgemäß von einem knallorangen Rennoutfit bewegt, sogar an die Halskrause wurde gedacht, die BMW 1200 wurde von einem sympatischen älteren Herren, geschätzt 65 Jahre, angetrieben. Bis auf den sympatischen Kuhtreiber hatten alle Teilnehmer Stollenreifen, oder besser, stolliges Profil. KTM mit Mitas Reifen, der Rest mit Heidenau K60.

Der erste Auftrag unseres Instruktors war klar formuliert:
„Koffer und Spiegel ab, hier ist das Werkzeug, lasst euch nicht aufhalten…“
Nach der ersten Runde habe ich übrigens auch meine Scheibe abmontiert, ich hatte vor lauter geschepper Angst das ich irgendwas verliere :)

Danach ging es auf eine große grüne Wiese ohne nennenswerte Unebenheiten, direkt neben der Cross Strecke.Hier angekommen wurden wir zuerst in die Geheimnisse des „stehend Fahrens“ eingeweiht, also Knie durchdrücken, aufrecht stehen, die Hüfte ist der Knickpunkt, Oberkörper leicht nach vorne, auf dem Lenker ruhen. Beim beschleunigen legen wir uns noch weiter nach vorne, beim bremsen den Arsch nach hinten um keinen Überflieger zu machen. Derart aufgeklärt durften wir die ersten kleinen Runden auf der Wiesenfläche drehen, immer unter Beobachtung des Instruktors, bei jeder Runde gab es kleine Verbesserungsvorschläge seitens des Trainers.

Als nächste Lektion stand das Kurvenfahren auf dem Programm, im stehen, äußere Fußraste belasten, Arsch auf die Außenseite der Kurve legen, Motorrad in die Kurve fallen lassen…in der Theorie schnell geschrieben, in der Praxis gar nicht so einfach. Das schwierigste ist wohl das löschen der eingebrannten Abläufe aus dem Straßenverkehr.

Als wir auch diese Lektion gehört und teilweise gelernt hatten, sich schon eine Spur der Verwüstung auf der Wiese abgezeichnet hatte und wir eigentlich auch schon bereit für eine ausgedehnte Pause waren…ging es erst richtig los. Unser Instruktor hat den nun folgenden Abschnitt unseres Trainings mit den Worten „wir fahren uns mal den Kopf frei“ eingeleitet… Pustekuchen…

Die kleine Reisegruppe folgt dem Trainer also in den Steinbruch, auch Crossstrecke genannt. Auf die Unterschiede zwischen einer Super Tenere (ca. 270 KG) und einer BMW G450X (ca. 120 KG) was das Handling angeht brauche ich an dieser Stelle wohl nicht eingehen :) Wobei ich ehrlich sagen muss, ist die Angst erst einmal besiegt oder zumindest ruhig gestellt, verkleinert sich auch der Unterschied im Handling. Klar sind weniger KG besser im Gelände, aber sobald alles in Fahrt ist und sich bewegt, kommt man auch mit 270 KG zurecht. Nach fünf oder sechs Runden um und in der Crossstrecke stellt sich tatsächlich eine Art Sicherheit ein.

Die gewählte und bereits angesprochene Route „um und in“ der Strecke war tatsächlich toll gewählt. Zum einen sind wir fleißig über die Sprungschanzen („Kicker“) gefahren, nicht gesprungen, zum anderen kleine Trampelpfade entlang der Strecke um immer mal wieder in den Streckenverlauf einzubiegen. Besonders schön ist das Gefühl einen Kicker zu erklimmen, voller Mut und Tatendrang diesen auch mindestens genauso elegant wieder zu verlassen, nur um dann feststellen zu müssen das die anderen Teilnehmer an der Kante stehen und schauen…nach unten… :)

Als letzter der Gruppe bleibt nur das abwarten und schon steht man selbst an der Kante, schaut ca. 5 Meter nach unten (gefühlt 60 m) und überlegt sich was der Verkäufer der Yamaha über das ABS gesagt hat…nicht abschaltbar… im Gelände schwierig…dazu kommen dann die Instruktionen des Trainers…bergab nur die hintere Bremse… Hinterreifen blockiert nachziehen…entspannen… Ein Wechselbad der Gefühle und Ängste, aber auch eine tolle Erfahrung für die eigenen Grenzen…

Es ist tatsächlich so, was einem im Weg steht sind die eigenen Bedenken und Ängste, die eigenen Grenzen und selbst geschaffenen Hindernisse. Was sich in geschriebener Form wie ein Groschenroman liest, lässt sich schnell und einfach nachvollziehen. Die erste Runde durch den Steinbruch bin ich noch angespannt und gestresst hinter meinem Trainer nach, am späteren Abend kurz vor Ende des Tages, war mir ein kräftiges Lächeln ins Gesicht gemeißelt, vollgepumpt mit Adrenalin und sonstigen lustigen Stoffen die ein Körper so auf Lager haben kann.

Allerdings war genau dieser Übermut dann auch für einen kleinen Sturz verantwortlich. 30 Minuten vor Abschluss des Tages hat es mir in einer linken Linkskurve das Hinterrad weggezogen, keine Kontrolle, Maschine nach links abgelegt und ein bisschen durch den steinigen Boden gepflügt. Passiert ist der Tenere nichts, den linken Sturzbügel hat es etwas verbogen, der Schalthebel lag etwas höher und der Nippel vom Seitenständer ist nun etwas höher… Aber nichts ernstes, nichts was man nicht wieder gerade biegen könnte.

Übrigens, ich bin sehr zufrieden mit den Bügeln von SW – Motech, die machen genau das was sie sollen und zwar genau da wo sie es machen sollen. Die Maschine hat keinen Kratzer abbekommen, der gesamte Aufbau der linken Seite ist durch den Bügel geschützt worden.

Mein persönliches Fazit für diesen Tag? Absolut genial!
Jeder der mit seiner Maschine einen Urlaub plant und dieser nicht auf dem ersten bisschen Schotter aufhören soll, sollte so ein kleines Training gemacht haben. Mir wurden viele Ängste genommen, auch wenn ich noch lange lange kein Profi bin, nicht mal ein Amateur, so weiß ich nun viel besser was mit meiner dicken alles möglich ist. Der Feldweg macht mir nun überhaupt keine Sorgen mehr, der Schotterpass in den Alpen steht als nächstes auf dem Programm. Als Änderung an meinem Jagdbomber wünsche ich mir eine ordentliche Rallye Verkleidung die so fest mit dem Motorrad verschraubt ist das nichts klappert oder scheppert bei einer Bodenwelle. Wahrscheinlich werde ich da mal ein Wörtchen mit Roger Guhr sprechen, eventuell kann man da was aus Alu machen…

Über alle Berge

Den zweiten Tag in der Schweiz haben wir für einen Ausflug mit dem Gian genutzt, erstens passte die Gelegenheit und zum zweiten hat uns die lockere Organisation auf dem Treffen ein bisschen geärgert. So sind wir also, eine 650er BMW, eine 1200er Tenere und eine 600er Bandit, über die passe gebügelt. Als erstes, sozusagen zum Einstieg, haben wir den San Bernadino erklommen (2066 m) um dort gemütlich einen Kaffee zu trinken. Im Bild sieht man unseren Guide :-)

Sanbernadino

Den nächsten Pass konnten wir leider nicht bildlich festhalten, unser Guide ließ uns keine Zeit für eine Pause, im vorbei fahren konnte ich nur Gotthard lesen, ich glaube die Höhe auf der Tafel müsste 2106 m gewesen sein :-)

Bei dem nächsten Pass waren wir stärker und haben den Gian zum pausieren genötigt, er hatte keine Chance gegen uns. Oberalppass mit genau 2044 m um ins Detail zu gehen :-)

 

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Ankunft in der Schweiz

Nach einer Nacht in Leutasch, dem wohl entspanntesten und menschenleersten Fleck in Tirol (den Altersdurchschnitt erfolgreich um 30 Jahre gesenkt) sind wir über Engadin in die Schweiz gekommen. Der Albulapass hat uns direkt bis Tiefencastel gebracht, von dort über Thusis direkt nach Bonaduz. Und weil wir gedacht haben es ist super wichtig, super pünktlich zu sein, haben wir die Kumpels in Alvaneu und in Thusis links liegen lassen. Vollkommen egal, den auf dem Tenere treffen hat sich sowieso niemand so richtig ausgekannt :-)

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Bei der Ankunft auf dem Zeltplatz sah es noch nach tollem Wetter aus, leider hat es nur einen Tag gehalten. Aber wie gesagt, so richtig organisiert war hier sowieso nichts. Es gab zwar einen Plan, aber leider hat diesen niemand an die Teilnehmer weiter gegeben. Zum Beispiel waren die meisten Touren einfach „ausgebucht“, falls das überhaupt geht für einen Alpenpass.

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Oben kann man den Ansturm auf die erste Ausfahrt zum Albulapass, nach meinen Schätzungen sollten es in etwa 80 Bikes gewesen sein die sich auf den Weg gemacht haben. Was man den Veranstaltern auf jeden Fall hoch anrechnen muss, die Ausfahrt wurde von zwei BMWs der Schweizer Polizei begleitet. (im Bild vorne links)

Hat schon was, mit ca. 80 anderen durch die Alpen zu düßen :-)

Einmal Metropole bitte

Mit dem Motorrad durch eine Großstadt macht keinen Spaß haben wir heute gelernt. Ein Glück das wir unser Garmin dabei hatten. Egal ob bei der Einreisen nach München oder der Flucht aus der Landeshauptstadt, ohne Navi währen wir jetzt noch dort :-)
Aber der Weg hat sich gelohnt. Wir konnten heute beim Globetrotter unsere letzten Lücken im Gepäck füllen und uns tonnenweise Ideen holen was wir noch alles gebrauchen können :-)
Nach dem Einkauf mussten wir unsere neuen Sachen erstmal sinnvoll in die Packtaschen unterbringen, mitten in München (siehe Foto)
Morgen geht es dann die letzte Etappe zum Treffen nach Bonaduz, knapp 200 km über die Berge, nach den letzten beiden Tagen sollte das kein Problem darstellen :-)

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Was für ein Tag

Heute haben wir knapp 400 km hinter uns gebracht und den Tag dennoch anders enden lassen als geplant. Begonnen hat alles damit, dass unsere Couch in Augsburg leider nicht rechtzeitig mit dem surfen am Ammersee fertig geworden ist. Nach kurzer Rücksprache mit amber haben wir beschlossen noch ein Stück zu fahren. So sind wir kurzerhand selbst zum Ammersee, aber nicht um unsere Couchsurfing gelegenheit zurecht zu weisen, nein, wir haben entschieden die Gunst der Stunde zu nutzen und unseren ersten Urlaubstag nicht um 19 uhr in Augsburg enden zu lassen. Jetzt sitzen wir im Hotelzimmer, Sonnenhof heisst das Etablissement, ist bisschen teurer als die Couch, dafür mit Frühstück :-)
Und wie man auf dem Bild sehen kann, die Mopeds stehen sicher :-)

Morgen geht’s ins Zentrum von München :-)

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Morgen geht es los

Auch wenn es aktuell eher nach Weltuntergang aussieht draußen, freuen wir uns wie verrückt auf den Start unserer Reise morgen in aller früh. Gerade während ich diese Zeilen tippe laufen die letzten Vorbereitungen für unseren Trip. Gepäck ist gepackt, Konzept ist konzeptioniert, jeder Zentimeter auf den Mopeds ist verplant.

Besonders stolz bin ich auf Idee von amber was das bepacken meiner Koffer an der Super Tenere angeht. Sie hat sich im Netz ein paar Packtaschen von eagle creek rausgesucht und damit ein tolles Konzept entwickelt wie wir den vorhanden Platz im kleineren Koffer ideal ausnutzen können.

GepaeckAuf dem Bild seht Ihr, in rot, die eagle creek taschen, welche Angeblich und hoffentlich genau in meinen kleineren Koffer passen :) Folgende Aufteilung, also Packliste, haben wir für sinnvoll erkoren und werden wir in den Urlaub mitnehmen. Das Konzept unterteilt sich in mehrere Größen der EC (eagle creek) Taschen, welche jeweils in die nächste Einheit passen. Ganz links seht Ihr die beiden CUBE1 (C1) Taschen, darunter die beiden CUBE 1/4 (C1/4) und rechts die beiden TUBE CUBES (TC). Im hinteren Bereich die ISO Matten sowie Zelt und darunter die Schlafsäcke in einer Ortlieb Tasche. Alles was auf dem Bild noch fehlt wie Digicam, Geldbeutel, Karten oder das Garmin Navi sind im Tankrucksack untergebracht.

Folgendermaßen haben wir die cubes bestückt.

EC C1 „Essen“

  • Kaffeepulver
  • Milch (Soja – Reis Drink)
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Knoblauch)
  • Olivenöl (Plastikflasche)
  • Trockennahrung

EC C1 „Geschirr“

  • 2 Edelstahlteller
  • 2 Gabellöffel (Spork)
  • 2 Edelstahltassen
  • Gaskocher für Schraubkartuschen
  • Spülmittel (Plastikflasche)
  • Küchentuch und einfacher Lappen

EC C1/4 „Medikamente“

  • Pflaster
  • Kühlbeutel
  • Schere plus Pflasterrolle
  • Verbandsrolle
  • Desinfektionspads
  • Sicherheitsnadeln
  • Fenisitl
  • Iberogast
  • Baldriantabletten
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Antiallergikum
  • Kamistadgel
  • Voltaren Salbe

EC C1/4 „Elektro“

  • 8 AA eneloop Akkus
  • Ladekabel Digicam
  • Ladekabel micro USB (Sena Headsets und Handys)
  • Zigarettenanzünder USB Ladestecker
  • 220 Volt USB Ladestecker

EC TC „Zelt“

  • Mini Hammer
  • Schmutzlappen
  • Taschenlampe
  • Stirnlampe
  • Panzertape

EC TC „Sonstiges“

  • Müllbeutel
  • Einmalhandschuhe
  • Klappmesser
  • Reifen Pannenspray
  • Kettenspray (für ambers BMW)
  • REI in der Tube
  • Wäschebeutel (Stoff)

Mit großen Schritten…

…kommen wir dem Urlaub näher.

Was hier aussieht wie eine großes Chaos mit nem schicken Briefbeschwerer ist in Wirklichkeit unsere Planung zum Gepäck verstauen. Amber hat sich die Mühe gemacht und, zumindest theoretisch, ermittelt wie die beiden Koffer der XT am besten gepackt werden sollten.  Um das ganze übersichtlich zu gestalten und dennoch jede Menge Kleinkram mitzunehmen haben wir uns für einzelne kleine Taschen entschieden, die dann jeweils Thematisch bepackt werden. Hier nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was wir vor haben…Details reichen wir nach wenn die kleinen Taschen bei uns eingetroffen sind.

Packliste